gamescom 2010 – Ein Erfahrungsbericht

Eigentlich wollte ich mir Europas größte Messe- und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung aus der Ferne ansehen. Per Internet. Ein paar News lesen, Fotos bewundern – sowas in der Art. Ich hatte die gamescom noch nie besucht, es hatte sich bisher einfach nicht ergeben. Dann erhielt ich einen Anruf aus der Heimat, der alles ändern sollte. Mein Bruder überraschte mich mit einem Anruf: “Ich komme am Wochenende zu Besuch, wir gehen zur gamescom!”

Das Kölner Messegelände

Da sitzen wir nun im Auto auf dem Weg nach Köln. Von Dortmund aus zum Glück recht schnell zu erreichen. Ich überlege noch, ob es nicht doch besser gewesen wäre, eine Art Schlachtplan auszuhecken. Welche Stände man auf jeden Fall besuchen möchte, ob und welche Spiele man anspielen möchte, wo überhaupt was zu finden ist, usw. Doch das erscheint mir an diesem sonnigen Tag einfach zu anstrengend, lassen wir es mal auf uns zu kommen. Da ich im Zwischennetz zufällig über ein Bild mit den netten Hostessen der Firma Kaspersky gestolpert war, nehme ich mir vor, mich auf jeden Fall mit ihnen zusammen ablichten zu lassen. Grundsätzlich aber habe ich keine großen Erwartungen an die gamescom. Diese Taktik soll mich vor bösen Enttäuschen bewahren, und hat sich bisher oft bewährt. Ein paar schöne Bilder schießen, das eine oder andere Give-Aways einsacken und einfach die Atmosphäre genießen. Ich besitze zwar selbst ein Gamer-Notebook und eine Xbox 360 und spiele gerne Videospiele. Aber irgendwelche ungelegten Eier anzutesten steht nicht auf meinem Plan. Ganz anders mein Begleiter, er hat sich vorgenommen gleich mehrere Games am heutigen Tag anzuspielen.

"Wachmannschaft" bei THQ

Die gamescom begrüßt uns bereits sechs Kilometer vor Köln in Form eines Staus. Na gut, war abzusehen. Geduldig schleichen wir uns dem Ziel näher während wir uns gutgelaunt zur Lieblingsmusik in den Autositzen hin und her werfen. Dann ist es soweit, endlich angekommen! Auto geparkt, USK-Bändchen abgeholt und ab ins Getümmel. Sowohl für meinen Bruder als auch für mich ist es der erste Besuch der gamescom. Für mich sogar die erste Teilnahme an einer Messe überhaupt. Ehrfürchtig bleiben wir am Halleneingang stehen, suchen nach Orientierung. Mein erster Gedanke: “Ganz schön voll und laut hier.” Ich fummle noch meine DSLR-Kamera aus der Tasche, da stechen mir die Glaskäfige ins Auge. Darin befinden sich Menschen, die zappeln, springen oder mit den Armen rudern. Das Schauspiel wird von Menschen außerhalb der Glaskäfige beobachtet. Hat irgendwie etwas von einem Affenkäfig im Zoo. Der große Schriftzug über den Kabinen klärt auf: Kinect, Microsofts neue Technik für Controllerlose Bewegungssteuerung für die Xbox 360. Ich verzichte auf einen Selbstversuch und dringe weiter vor in die Untiefen der Messehalle. Wir möchten noch vor dem großen Andrang möglichst viel sehen.

Zum Spiele Antesten ist viel Geduld gefragt

Mittlerweile ist es Mittag. Schnell wird klar, dass mein Begleiter den Kürzeren gezogen hat, was die Erwartungen an die gamescom betrifft. Er wollte gerne zwei oder drei Spiele antesten. Doch es findet sich keine Warteschlange unter drei Stunden. Und es kostet Überwindung, sich für eine Warteschlange entscheiden zu müssen. Ich hingegen besuche die gamescom wegen der Atmosphäre, den Eindrücken und um ein paar tolle Fotos zu machen. Wir kommen am Blizzard-Stand vorbei. Eine riesige Menge Menschen starrt gebannt auf die Tribüne und die großen Bildschirme, auf denen gerade der Trailer für StarCraft II abgespielt wird. Das Sahnehäubchen ist eine Live-Schlacht zwischen zwei Profi-Gamern aus der Szene. Für mich nach zwei Minuten uninteressant, StarCraft ist nicht mein Genre. Da würde mich doch eher Call of Duty 7 Black Ops interessieren. Aber auch hier stehen und sitzen die geplagten Zocker mit gelangweilten Mienen in einer episch langen Warteschlange. Das (Messe-)Leben ist zu kurz, um es in Warteschlangen zu vergeuden, denke ich und gehe weiter. Irgendwo in der Menge blitzen plötzlich zwei Polizeimützen auf. “Kaspersky!”, schießt es mir durch den Kopf. Doch bis ich mich zu der vermuteten Stelle durchgeschlagen habe, ist von den Hostessen nichts mehr zu sehen. Egal, die werden wieder auftauchen. Mittlerweile meldet sich bei uns der zweitwichtigste Urinstinkt des Mannes: Hunger. Ich lade meinen Bruder zu Frikadellen mit Kartoffelsalat ein. Wir sind überrascht, das hauseigene Catering ist ganz passabel. Ich genieße die wenigen Minuten im Sitzen um den Rücken etwas entspannen zu können. Doch schon drängen die nächsten Messebesucher mit ihren vollen Tellern an unseren Tisch. Zeit, das Feld zu räumen und sich wieder ins Getümmel zu stürzen.

Cosplayer auf der gamescom

Neben all den Ständen und Unterhaltungsprogrammen bieten auch die Besucher selbst nicht selten einen interessanten Anblick. Und dabei meine ich noch nicht mal die ganzen Nerds und Freaks, die sich bereitwillig mit ihren Pappkronen und Intel-T-Shirts vier Stunden lang anstellen um dann für einige Minuten ein Spiel anzutesten, das erst in einem Jahr auf den Markt kommt. Ich meine eher diese exotisch verkleideten Leute. Immer wieder erhasche ich in den Mengen einen Blick auf diese Gestalten. Später lasse ich mich aufklären, dass es sich dabei um sogenannte Cosplayer handelt. Das sind Spieler, die sich verkleiden und schminken um genauso auszusehen wie ihre virtuellen Spielecharakteren. Manche Kostüme sind wirklich vortrefflich gelungen. Teilweise stecken auch sehr ansehnliche junge Damen in der Verkleidung, um die sich regelmäßig MenschenMännertrauben bilden, mit Kameras im Anschlag – natürlich nur zu dokumentarischen Zwecken.

Heißer Ofen - leider nur zum Anschauen

Es wird Zeit für etwas Frischluft. Die Messehallen sind sowohl durch Tunnelgänge als auch durch Zwischenhöfe miteinander verbunden. Nach stundenlanger Dunkelheit in den Hallen brennt die Sonne in meinen Augen. Schnell die Sonnenbrille aufgesetzt und weiter in die nächste Halle. Wo befinde ich mich eigentlich gerade? Halle 6? Nein Moment war ich da nicht zuletzt? Doch Halle 9? Ach egal, die Halle mit dem Lamborghini eben, angrenzend zur StarWars-Tribüne. Ich bemerke, dass meine Orientierung eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Tatsächlich schaffen wir es, ohne lange Wartezeiten doch noch ein Spiel antesten zu können: Das neue FIFA 11. Sportspiele sind nicht unbedingt so mein Gebiet, und so verliere ich mit einem zerschmetternden Ergebnis gegen meinen Begleiter. Zeit für einen neuen Zwischenstopp. Mein Bruder gönnt sich in den Außenanlagen eine Packung chinesisches Fastfood. Der Ekelfaktor ist hoch. Für überzogene sechs Euro bekommt er in einer kleinen Pappschachtel eine Portion gebratene Nudeln, deren Anblick schon nichts Gutes verheißt. Die Geschmacksprobe bestätigt das – angewidert schmeißt er diese Fehlinvestition in den Müll.

Bigpoint und seine Gogo-Girls

Es machen sich erste Müdigkeitserscheinungen bemerkbar an diesem sonnigen, warmen Samstag Nachmittag. Wir haben uns bereits gefühlte dreimal durch alle Messehallen gezwängt. Die Luft wird deutlich schwerer und stickiger. Der Lärmpegel bewegt sich zwischen volle Kneipe und Disko und teilweise müssen wir uns schon anschreien um uns verständigen zu können. Unglaubliche Menschenmassen zwängen sich durch die Gänge der Hallen, von überall her drängen laute Musik, Geschrei und elektronische Spielgeräusche ans Ohr. Plötzlich höre ich jemanden laut hinter mir rufen: “Weg, weg, weg!!” Ich drehe mich gerade noch rechtzeitig herum, um dem jungen Mann aus der Schusslinie zu springen. Auf seinem Rücken trägt er eine fast nackte Frau. Er sprintet an mir vorbei und teilt die Massen, wie Moses es nicht besser hingekriegt hätte. Im anderen Gang dasselbe Spielchen. Amüsiert realisiere ich, dass es sich hier um ein Wettrennen handelt und versuche noch ein brauchbares Foto von dieser Aktion zu schießen. Dann geht es weiter, immer der Musik nach.

Party bei Roccats

An einigen Ständen wie bei Razer oder Roccats werden Megapartys zelebriert. Die gierige Menge wird dazu animiert, die Hände in die Luft zu schmeißen und laut zu gröhlen – vornehmlich irgendwelche Markennamen. Als Belohnung finden T-Shirts, Anstecker, CDs und sogar Hardwareteile ihren Weg in die Menge. Das alles wird begleitet von lauter Musik, Lichteffekten und Messebabes die sich zum Takt räkeln.
Überhaupt scheint man sich auf der gamescom die Prämisse “Sex Sells!” auf die Fahnen geschrieben zu haben. Messebabes überall und soweit das Auge reicht. In knappen Kostümen oder gar im Bikini. Mit oder ohne Waffen, und allzeit bereit sich zusammen mit den Besuchern ablichten zu lassen. Dieses Angebot nehme ich dankend an. Selbstverständlich nur für rein dokumentarische Zwecke.
Es wäre etwas überspitzt zu behaupten, dass auf der gamescom Jungs zu Männern gemacht würden. Aber ein bisschen ist schon was dran, wenn ich mir die vielen 12 jährigen ansehe, die mit offenen Mündern auf die leichtbekleideten, vollbusigen Hostessen gaffen. Da fällt mir wieder ein, ich habe noch einen Termin mit Kaspersky. Wie ich mitbekomme, sind die Kaspersky Messebabes eine Mobileinheit. Das macht meine Mission nicht gerade leichter. Aber noch ist nicht aller Level Ende.

"Sicherheitsschulung" mit Kaspersky

Es wird Abend. Mein Begleiter hat sich endgültig damit abgefunden, heute keines der Blockbuster-Spiele anzutesten. Es steckt wohl doch nicht genug Nerd in ihm, um die Messe für ein Demospiel sausen zu lassen. Zwischendurch hatten wir uns zweimal in der Menge verloren und trotz Mobiltelefon erst nicht wieder gefunden. Ich nutze die Zeit und genieße noch eine tänzerische Darstellung zweier Gogo-Girls zu fetten Bässen in der sichtgeschützten Bigpoint-Area. Dabei stelle ich fest, dass einige der Anwesenden wahrscheinlich noch nicht mal einen Personalausweis besitzen. Egal, ist ja eine Spielemesse. Dabei frage ich mich zwischendurch, wozu eigentlich diese USK-Bändchen notwendig sind. Gewalt gibts nur mit dem richtigen Farbbändchen. Sex dagegen für alle. Unser Messebesuch neigt sich dem Ende zu. Wir schauen nochmal bei Roccats vorbei, wo gerade wieder (oder immer noch?) die Party im vollen Gange ist. Und was erblicken meine nachtgeschädigten Augen da auf der Bühne? Richtig, die Kaspersky-Girls! Sie tänzeln zum Takt und werfen Sachen in die Menge. Nachdem sie endlich vom Moderator entlassen werden, grabsche greife ich sie mir für ein Foto. Mission erfüllt, wir können gehen. Mit gemischten Gefühlen begeben wir uns wieder zu unserem Auto.

Intergalaktische Kontakte knüpfen

Mein Fazit zur gamescom 2010 fällt überwiegend positiv aus: Die Organisation scheint durchdacht. Man sieht, dass sich die Veranstalter Mühe gegeben haben für einen reibungslosen Ablauf der Messe. Aufgrund des großen Andrangs ist es jedoch teilweise sehr laut und je nach Tag und Tageszeit proppenvoll. Wer es wirklich ernst damit meint ein Spiel anzutesten, muss sich entweder auf sehr lange Wartezeiten einstellen, oder das Wochenende für den Messebesuch meiden. Besser noch, gleich mehrere Tage für die gamescom einplanen. Dafür gibt es viel zu sehen auf der gamescom und für Unterhaltung ist auch ohne Spiele antesten gesorgt. Musik, Shows, Animationen, Informationen und tolle Sehenswürdigkeiten. Apropos, wer auf hübsche, ansehnlich verpackte Frauen steht, ist hier genau richtig. Alle paar Meter stehen leicht bekleidete Messebabes, die sich bereitwillig ablichten lassen. Übrigens habe ich nicht einen einzigen männlichen Messeboy gesehen, obwohl sich auch viele weibliche Besucher/Zocker auf der gamescom tummeln. Das Catering ist in Ordnung, allerdings sind hier auch schwarze Schafe unterwegs. Vor allem der chinesische Fastfood-Stand war schon eine Anzeige wegen Körperverletzung wert. Wer sich etwas Mühe gibt, kann viele Give-Aways einsacken. Ohne Aufwand habe ich kleinere Sachen wie Poster, Ansteckpin und Pappkrone erhalten. Nicht gerade üppig, aber wer es darauf anlegt, kann viel abstauben: Mauspads, CDs, Poster, Spielutensilien, Mäuse, T-Shirts, Energydrinks und sogar PC-Hardware. Für mich persönlich hat sich der Besuch der gamescom schon allein wegen der Atmosphäre und den tollen Fotomotiven gelohnt, womit nicht nur die Hostessen gemeint sind! Man sollte sich jedoch besser im Vorhinein einen Schlachtplan machen und Prioritäten setzen. Vor allem, wenn man vor hat Spiele anzutesten ist Disziplin gefragt.

Das Vorverkaufsdrama mit Windows 7

Windows 7 stehtF*ck the System in den Startlöchern, und natürlich darf ein Vorverkauf nicht fehlen. Und diesmal hatten die Marketing-Strategen bei Microsoft eine richtig lustige Idee: Das neue überarbeitete Windows Vista Windows 7 wird zu einem extrem günstigen Preis in einem extrem kleinen Kontingent zum Vorverkauf angeboten. Gleich vorweg, die Lizenzen gingen weg wie warme Semmeln. Rein verkaufstechnisch also alles andere als ein Flopp. Doch strategisch gesehen war die ganze Aktion meiner Meinung nach trotzdem ein Fettnäpfchen.

Heute, am 15.07.2009 um 09:00 war der offizielle Startschuss zum Vorverkauf. Ich war live dabei und versuchte bei  Amazon eine Lizenz zu ergattern. Auch wenn ich mir erst letztes Jahr für teuer Geld Windows Vista Ultimate gekauft hatte, so konnte ich bei diesem günstigen Preis nicht widerstehen. Doch der Spaß dauerte keine drei Minuten. Einloggen, Artikel in den Warenkorb, und….Fehlermeldung. White Screen of Death. Ende. Manche berichteten, dass sie durch Vergewaltigung der F5-Taste doch noch zum Zug gekommen sind. Die meisten aber teilten mein Schicksal: Als der wohl größte Onlineshop Amazon wieder reagierte, waren alle Lizenzen bereits verkauft. Ähnlich verlief es bei anderen Onlineshops.
Die wütende Meute der enttäuschten Interessenten ging aber nicht, ohne zumindest ihren Unmut in dutzenden negativen Produktbewertungen Kund zu tun. Es war schon fast lustig mitanzusehen, wie bei Amazon in wenigen Minuten über 140 1-Stern-Bewertungen für Windows 7 abgegeben wurden. Und wie die Zahl plötzlich stetig wieder sank, weil die emsigen Amazon-Mitarbeiter alle Kommentare wieder löschten. Was ich auch richtig finde. Denn nicht Windows 7 hat eine schlechte Rezension verdient, sondern Microsoft durch das wahnwitzig geringe Kontigent für Deutschland und Amazon für den ärgerlichen Serverausfall.

Wie gesagt, die ganze Aktion kann man aus Kundensicht nur als Flopp abtun. Denn neben einer verschwindend geringen Zahl von glücklichen Käufern blieb eine ganze Heerschaar enttäuschter und teils erzürnter Windows-Jünger zurück, die leer ausgegangen sind. Ja sicher, so ist das eben bei Vorverkäufen, höre ich nun einige klugscheißen. Aber wenn man mal darüber nachdenkt wie das ganze so abgelaufen ist, wurden insgesamt drei Fehler gemacht:

  1. Zu kleines Kontingent
    Ganz klar ist das der größte Fehler gewesen. Während in den USA z.B. problemlos bis zum Ende der Aktion jedermann Windows 7 vorbestellen konnte, wurde das Kontingent für Deutschland so gering gehalten, dass es geradezu lächerlich erscheint. Von 500 bis 1500 Lizenzen pro Verkaufspartner (z.B. Amazon) ist da die Rede. Hallo? 1500 Lizenzen in einem Land mit etwa 20 Millionen PC-Anwendern? Was wollte Microsoft damit erreichen? Freunde hat sich Microsoft mit dieser unfairen Aufteilung auf jeden Fall nicht gemacht.
  2. Unvorbereitete Onlineshops
    Bei kleineren Onlineshops mag das ja nachvollziehbar und verzeihbar sein, wenn die Seite wegen zu hohem Andrang kurzzeitig nicht erreichbar ist. Aber wenn der wohl größte Onlineshop des Universums, der über eine gigantische Rechenpower verfügt, bei einer solchen Aktion in die Knie geht… Denn manche Interessenten hatten erst gar keine Chance auf eine Bestellung. Man hat doch sicher auch bei Amazon gewusst, dass der Andrang enorm werden würde? So wurde die Wahrscheinlichkeit, überhaupt eine der Lizenzen ergattern zu können, nochmals dezimiert.
  3. Kein Limit pro Kunde/Haushalt
    Den Händlern hätte doch eigentlich klar sein müssen, dass das winzige Kontingent bei der zu erwartend riesigen Nachfrage ein sehr großes Angebot-Nachfrage-Gefälle nach sich ziehen würde. Wieso limitierten die Shops dann nicht die Anzahl pro Haushalt auf eine Lizenz? Da lese ich in Foren, wie manche sich beim selben Händler gleich zwei oder drei Windows 7 Lizenzen bestellt haben. Man braucht zwar nur eine, aber egal, die restlichen lassen sich ja dann (mit Profit) bei eBay verscherbeln. Wäre das Kauf-Limit auf eine Lizenz pro Kunde/Haushalt begrenzt gewesen, hätten mehr Leute etwas davon gehabt. Einfach unverständlich sowas.

Ich für meinen Teil habe ein Resümee und die Konsequenzen daraus gezogen. Natürlich bin ich immer noch heiß auf Windows 7. Aber auf weitere solcher psychologischen Kriegsspielchen zu Werbezwecken werde ich künftig liebend verzichten.

Update #1 (16.07.): Medienberichten zufolge waren weltweit nur eine Millionen Lizenzen für diese Werbeaktion verfügbar, wovon uns Deutschen lediglich 10.000 (1% vom Gesamtbestand!!) vergönnt waren. Microsoft lässt verlauten, dass aber noch weitere solcher Aktionen vor und nach dem offiziellen Verkaufsstart folgen sollen.

Update #2 (17.07.): Gerade eben flatterte eine E-Mail von Amazon herein. Ein Gutschein-Code für Windows 7 Home Premium zum Vorbestell-Sonderpreis von 50 EUR. Außerdem entschuldigt sich Amazon für die technischen Probleme durch den Server-Ausfall. Sozusagen als Wiedergutmachung gibt es dafür diesen Gutschein. Find ich Klasse, da sage ich nicht nein. Marketing-Strategien hin oder her. Aber das hätten sie auch mit weniger Stress haben können. Wobei, dann hätte diese Aktion wohl nicht soviel Aufsehen erregt. Und darum ging es doch letztlich? :)

Shmoogle – Google mit Zufallsprinzip

shmoogle

SEO-frei: Shmoogle lässt den Zufall entscheiden

Der Sinn von Suchmaschinen ist es, den Benutzern möglichst relevante Ergebnisse zu den gesuchten Begriffen zu liefern. Je weiter man in den Suchergebnissen nach hinten blättert, um so “unpassender” werden die gefundenen Inhalte. Soviel zur Theorie. Im Laufe der letzten Jahre jedoch sind verstärkt gewisse Mächte am Werk, die dieses Prinzip korrumpieren: Heerscharen von SEOnisten fallen über das Internet her, moderne Web-Söldner die Webseiten für Geld optimieren damit diese besser in den Suchmaschinen gelistet werden. Ob eine Seite nun wirklich relevant für einen bestimmten Suchbegriff ist, spielt fast keine Rolle mehr. Suchmaschinenoptimierer pushen auch unsinnigste Seiten zu einem Keyword. Besonders im kommerziellen Bereich ist das bemerkbar. Mit dem Ergebnis, dass die Anwender immer häufiger auf unerwünschte Suchergebnisse treffen. Die Suche nach Produktinformationen z.B. endet meistens im Preisvergleichs-Nirwana. Gut gelistet werden schon lange nicht mehr nur die Seiten mit relevanten Inhalten, sondern die best-optimierten Seiten mit starken Verlinkungsnetzwerken.

Und hier betritt Shmoogle die Bühne. Shmoogle bedient sich dabei der Suchergebnisse von Google. Bevor die Ergebnissliste ausgegeben wird, zerstört Shmoogle die Hierarchie von Google und ordnet die Liste neu – der Algorithmus heißt Chaos. Dadurch steigt die Chance, dass auch “verborgene Schätze” entdeckt werden, die sonst vielleicht erst auf Seite 53 zu finden wären. Unterstrichen wird das Konzept mit dem Leitspruch “All results are equal” (Alle Ergebnisse sind gleichwertig). Shmoogle ist eine Idee der Künstlerin Tsila Hassine, die das Projekt bereits 2004 online stellte. Man war bei Google über diesen “Störenfried” zunächst nicht erfreut, was einige Zeit lang mit einer Blockade geahndet wurde. Mittlerweile ist das Angebot wieder erreichbar, aufgrund der hohen Zugriffszahlen jedoch teilweise recht langsam. Trotzdem, Shmoogle zeigt, wie es auch geht und ist definitiv einen Bookmark wert.

Aufschnur ist Gewinner bei Newstube-Verlosung

Winner

Aufschnur unter den Gewinnern

Da sage nochmal einer, das Bloggen würde nichts einbringen :) Wie ich gestern erfahren habe, bin unter den glücklichen Gewinnern der Newstube-Zusatzverlosung in Kooperation mit PC-Welt. Zu gewinnen gab es das Internet Security Paket von AVG sowie verschiedene Steuer-Programme von Lexware. Was ich davon nun eigentlich gewonnen habe, wurde mir nicht mitgeteilt, ich lasse mich überraschen.

In diesem Zuge möchte ich mich bei den Initiatoren für diese Aktion bedanken und auch den Mitgewinnern gratulieren.