Strato HiDrive im Test

Der Internet-Dienstanbieter Strato ist mit einer neuen Produktreihe am Start. Neben Webspace und Servern bietet er nun auch eine Online-Festplatte für Privat- und Geschäftskunden an. Strato taufte das Produkt auf den Namen “HiDrive“. Da ich schon längere Zeit auf der Suche nach einer brauchbaren Lösung bin, habe ich es mir mal näher angesehen und getestet. Dieser Artikel zeigt euch, was HiDrive zu bieten hat und welche Alternativen zur Online-Festplatte auf dem Markt verfügbar sind.

Was ist eine Online-Festplatte und wozu sollte ich das brauchen?

Einfach gesagt handelt es sich um Speicherplatz auf einem Server, der verschiedene Zugriffsmöglichkeiten bietet. So lässt sich eine Online-Festplatte wie ein Webspace über FTP ansprechen oder per WebDAV/SMB als Laufwerk ins Betriebssystem einbinden. Auf einer solchen Online-Festplatte können beliebige Dateien gespeichert werden, auf die theoretisch von überall aus auf der Welt zugegriffen werden kann. Es eignet sich daher auch hervorragend für Backups oder für Dokumente die man auch von unterwegs abrufen können soll wenn der eigene Computer nicht zur Hand ist. Man benötigt lediglich einen Internetzugang. Häufig können die Dateien auch über Freigaben mit anderen Benutzern geteilt werden.

Strato HiDrive Media

Neben der Pro-Variante für Geschäftskunden spricht Strato mit der Media-Version speziell Privatanwender an. Mit einem Speicherplatz von 100GB bis 2TB sollten die meisten Anwender ausreichend versorgt sein. Der Traffic ist inklusive, man zahlt also nichts extra für Datentransfers. Das Einsteiger-Paket HiDrive Media 100 ist schon für 3,90 EUR monatlich zu haben, bei einer Vertragslaufzeit von mindestens sechs Monaten. Hinzu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr von 9,90 EUR. Bis 31.05.2010 kommt ihr in den Genuss der Einführungsaktion, bei der die ersten drei Monate kostenlos sind.

Zugriffsmöglichkeiten

HiDrive SFTP

Viele Zugriffsmöglichkeiten, z.B. auch per (S)FTP.

Strato beeindruckt beim HiDrive mit einer Vielzahl von Zugriffsmöglichkeiten für die gängigsten Betriebssysteme (Windows, Mac, Linux). Hier sollte für jeden etwas dabei sein. Übrigens kann man mit entsprechender Software auch per Smartphone auf HiDrive zugreifen. Weniger versierte Anwender werden mit ausführlichen und zum Teil bebilderten Anleitungen in den FAQ unterstützt. Fast alle Verbindungen lassen sich auch verschlüsseln, teilweise sogar per OpenVPN tunneln.

  • FTP/FTPS
  • SFTP
  • SCP
  • WebDAV
  • SMB/CIFS
  • Rsync
  • Online Dateimanager

Weitere Merkmale

Web-Dateimanager

Über den Web-Dateimanager werden die Backups angesteuert.

Mit HiDrive lassen sich Dateien mit anderen Personen teilen. Dazu wird ein Freigabelink erstellt, der im Tarif Media 100 z.B. je 10 Tage gültig ist und max. 20 Downloads zulässt. Das genügt, um Freunden oder Kollegen die eine oder andere Datei zeitlich begrenzt zukommen zu lassen, ohne diese gleich zigmal als E-Mail-Anhang versenden zu müssen.

Der Einsteiger-Tarif Media 100 bietet nur ein Benutzerkonto und ist deshalb vor allem für Kunden interessant, die die Online-Festplatte nur für sich allein benötigen. In allen höheren Tarifen kann der Speicherplatz aufgeteilt werden auf 5 bis 120 Benutzerkonten. Das reicht für ein Familien-Netz oder kleine Unternehmen.

Bei verschlüsselten Verbindungen werden die Dateien mit 256 Bit SSL übertragen. Darüber hinaus sind Stratos Rechenzentren TÜV-zertifiziert (ISO 27001) und bieten eine hohe Sicherheit. Dank dem „Backup Control“ können Dokumentenversionen wiederhergestellt werden (z.B. wenn Dateien ausversehen gelöscht wurden oder eine ältere Version benötigt wird). Allzu brisante Dokumente sollten allerdings nicht unverschlüsselt auf dem HiDrive gespeichert werden. Zwar kann die Verbindung zwischen PC und Server verschlüsselt werden. Aber die Dateien selbst liegen unverschlüsselt auf dem HiDrive-Server. Ein Zugriff ist natürlich nur mit den korrekten Zugangsdaten möglich. Trotzdem besteht ein Restrisiko, da die Dateien/Laufwerke des HiDrive nicht verschlüsselt werden. Abhilfe kann hier das kostenlose TrueCrypt schaffen, laut Strato ist HiDrive auch TrueCrypt-fähig.

Meine Erfahrungen mit HiDrive Media

Dashboard

Übersichtliches Web-Interface

HiDrive wird über ein übersichtliches Web-Interface bedient, der Zugang erfolgt natürlich auch SSL-gesichert. Hier findet der Benutzer die Konto-, Laufwerks- und Speicherverwaltung, den Web-Dateimanager sowie das Backup-Werkzeug. Ich habe mich direkt zurecht gefunden. Sinnvoll ist in der Übersicht auch die Anzeige des bereits belegten / noch freien Speicherplatzes.

Ich habe den Vorteil, HiDrive in zwei unterschiedlichen Netzen (Arcor DSL 2000, Telekom DSL 16000) auf völlig verschiedenen Computern (Notebook Windows 7, Desktop PC Windows XP) testen zu können. Dabei stieß ich bei der Einbindung des HiDrives per SMB im Firmennetz direkt auf ein typisches Router-Problem: Der Port für SMB war durch die Firewall blockiert. Auch tunneln via OpenVPN war nicht möglich. Glücklicherweise gibt es für solche Fälle noch genug (sichere) Alternativen wie SFTP oder verschlüsseltes WebDAV, die auf Anhieb funktionierten. Im privaten Netz traten keine Zugriffsschwierigkeiten auf.

Die sicherste Methode ist übrigens eine getunnelte Verbindung via OpenVPN. Bei der Installation von OpenVPN unter Windows Vista/7 ist zu beachten, dass die Installationsdatei mit Administrationsrechten ausgeführt werden muss. Ebenso auch die eigentliche Programm-Datei, da sonst zwar eine Verbindung zum Strato-Server hergestellt werden kann, die Einbindung des Laufwerks allerdings fehlschlägt.

Bandbreite

Die (A)DSL Performance bricht bei Schreibzugriffen kleiner Dateien ein.

Viele Endverbraucher treffen auf einen üblichen Flaschenhals: Die Datenübertragungsrate. Denn private (A)DSL-Anschlüsse sind im Upstream – also für das Hochladen – fast immer auf max. 1 Mbit/s (100 KB/s) beschränkt. Eine 20 MB große Datei wird per SFTP in etwa 3,5 Minuten hoch geladen. Die Übertragungsrate pendelt sich auf den höchstmöglichen Wert ein. Ganz anders sieht es aus, wenn viele kleinere Dateien übertragen werden. Dieses Phänomen kennen einige schon von billigen USB-Sticks: Während größere Dateien einigermaßen flott übertragen werden, bricht bei kleineren Dateien die Übertragungsrate ein bzw. ist starken Schwankungen unterlegen. Lade ich 377 Dateien (insgesamt 20 MB) auf das HiDrive hoch, schwankt die Übertragungsrate von 2 bis 100 KB/s, wobei der gesamte Vorgang 6,3 Minuten beansprucht. Also fast doppelt so lange bei gleicher Datenmenge. Das ist allerdings kein Manko des HiDrive sondern des DSL-Anschlusses. Wer einen Zugang mit ADSL2+ oder VDSL besitzt, kann die volle Datenübertragungsrate von 3,5 bis 100 Mbit/s für den Upload ausnutzen. Stratos HiDrive-Server sind nach eigenen Aussagen mit 100 Mbit/s angebunden, die Begrenzung für die Datenübertragungsrate wird also in diesem Bereich liegen.

Alternativen

Zur Online-Festplatte gibt es noch einige Alternativen, auf die man einen Blick werfen sollte:

Online-Backup-Dienste wie Mozy (4.95 USD/Monat, 1 Jahr Mindestlaufzeit, unbegrenzter Speicherplatz) oder Carbonite (~4.60 USD/Monat, 1 Jahr Mindestlaufzeit, unbegrenzter Speicherplatz).

Vorteile:

  • Speziell für Backups konstruiert.
  • Benutzer muss sich um nichts mehr kümmern, da die Sicherung durch ein spezielles Programm im Hintergrund geschieht.

Nachteile:

  • Ausschließlich für Datensicherung bestimmter, festlegbarer Dateien und Verzeichnisse.
  • Die Software läuft nur auf Client-Systemen.
  • Nicht zum Austausch von Dateien zwischen mehreren Personen geeignet.
  • Kein direkter Dateizugriff möglich.

E-Mail-Provider wie GMX (Top-Mail Tarif, 4.99 EUR/Monat, 1 Jahr Mindestvertragslaufzeit, 10GB Speicherplatz + in kleinen Staffelungen kostenlos erweiterbar). Der für das E-Mail-Postfach vorhandene Speicher lässt sich auch als eine Art Online-Festplatte nutzen. Bei GMX nennt es sich „MediaCenter“.

Vorteile:

  • Direkter Zugriff auf einzelne Dateien möglich.
  • Organisation in Verzeichnissen.
  • Per Freigabelinks zum Teilen von Dateien geeignet.

Nachteile:

  • Meist nur vergleichbar geringer Speicherplatz von wenigen GB verfügbar.
  • Zugriff häufig nur über Webinterface oder WebDAV.
  • In der Regel ist der Traffic begrenzt.

Spezielle File Hosting Services wie Amazon’s S3 (1.50 USD pro 10GB und Monat sowie 0.10 USD pro 10.000 Zugriffe/Anfragen)

Vorteile:

  • Man zahlt nur für das, was man auch verbraucht.
  • Hohe Verfügbarkeit und Performance.
  • Fast beliebig skalierbar.

Nachteile:

  • Für Endverbraucher eher ungeeignet, da der Zugriff auf die Dateien über Programmierschnittstellen erfolgt. Für den Zugriff über das Dateisystem sind nur wenige Anwendungen verfügbar.
  • Eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten.

Fazit

Mit HiDrive bringt Strato eine konkurrenzfähige Online-Festplatte auf den Markt, die sich sehen lassen kann. Neben üppigem Speicherplatz von 100GB bis 2TB bietet der für Privatanwender konzipierte Tarif HiDrive Media genug Platz auch für große Backups. Und das zu einem fairen Preis ab 3,90 EUR/Monat. Absolut überzeugend sind die vielen Zugriffsmöglichkeiten, die meisten davon sogar 256 Bit SSL verschlüsselt. Die übliche Beschränkung der Datenübertragungsrate bei privaten ADSL-Anschlüssen trübt das Erlebnis ein wenig. Vor allem beim Upload werden viele Anwender mit 1 Mbit/s auf eine Geduldsprobe gestellt. Das ist jedoch allein den DSL-Providern zuzuschreiben, seitens Strato liegt das Limit für den Up-/Download bei 100 Mbit/s. HiDrive ist eine erstklassige Online-Festplatte, sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden. Ob zur Sicherung wichtiger Dateien, oder auch um Dokumente von überall aus zur Verfügung zu haben.

Hinweis: Wenn ihr euch beeilt, könnt ihr noch von der Einführungsaktion profitieren: HiDrive die ersten drei Monate für 0 EUR!

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34 Kommentare zu “Strato HiDrive im Test”
Joerg Geschrieben am 23. März 2010 um 22:01

Inwiefern soll eine Bandbreitenbegrenzung seitens Strato vorliegen? Selbst ein DSL 16000-Anschluss schafft im Upstream maximal Mbit/s. Inkl. Protokolloverhead sind da sowieso nicht viel mehr als 100kbyte/s drin…

@supporter24 Geschrieben am 23. März 2010 um 22:26

Kann mich da nur anschließen: ich sichere vom server per rsync auf’s HiDrive. Hier komme ich sauber auf 6-10mbyte/s ! Die HiDrive-Server sind laut Aussage von Strato mit 100MBit/s am Netz, was der Wahrheit entspricht – siehe meine Datenraten.

Selbstverständlich hat man als Privatperson zu Hause in der Regel maximal 1MBit/s Upload, also wenn’s hochkommt 100-125kbyte/s. Das ist aber eben keine Beschränkung von Strato, sondern liegt am Anschluss ;)

Aufschnürer Geschrieben am 24. März 2010 um 08:21

Vielen Dank für eure Hinweise! Da habe ich nicht richtig nachgedacht, voll ins Fettnäpfchen getreten :) Hatte immer noch im Kopf, dass mit DSL 16000 höherer Upstream verfügbar ist. Werde den Artikel entsprechend korrigieren.

Joerg Geschrieben am 24. März 2010 um 08:44

Tja, leider ist der Upstream bei fast allen Privatprodukten elendiglich gering :( Von daher sind Online-Backups oft eine anstrengende Sache…

Aufschnürer Geschrieben am 24. März 2010 um 08:47

Jap mit einem privaten DSL-Anschluss macht das nicht wirklich Spaß. Ich hatte ein Jahr lang Carbonite. Das Initial-Backup meines 18GB großen Datenbestands dauerte mehrere Wochen.

@supporter24 Geschrieben am 24. März 2010 um 10:11

Japp, so eine Breitband-Offensive wäre mal toll. Bin grad am umziehen und ja: die neue Wohnung mache ich von der Verfügbarkeit von VDSL abhängig. 10MBit/s Upload – das wäre ein Traum… :)

Joerg Geschrieben am 24. März 2010 um 15:53

Nochmal ne dumme Frage: Was bedeutet eigentlich diese “Truecryptfähigkeit”? Bedeutet das, dass ich direkt im HiDrive einen Container anlegen kann und diesen als Laufwerk mittels Truecrypt ins System einbinden kann?

Aufschnürer Geschrieben am 24. März 2010 um 19:32

Ja genau, man kann TrueCrypt-Container entweder direkt im HiDrive erstellen lassen, oder lokal und dann hochladen (ich empfehle letzteres). Der TrueCrypt-Container lässt sich dann lokal einbinden. Allerdings sind die Zugriffe verständlicherweise deutlich langsamer. Und die Einbindung funktioniert auch nur, wenn der HiDrive als Netzlaufwerk per SMB/CIFS ins Dateisystem eingebunden ist.

Organisiert.info Geschrieben am 24. März 2010 um 22:38

Hallo,
sehr guter Testberichte. Hidrive gefällt mir auch sehr gut von den Funktionen und den Einbindungsmöglichkeiten. Jedoch kommmt es nicht an Dropbox heran, im produktiven und schnellen arbeiten. Ich hoffe sehr, dass Strato hier noch an der Geschwindigkeit arbeitet. Dann steht Hidrive als erste Wahl bei mir oben.

Aufschnürer Geschrieben am 25. März 2010 um 15:04

Ich habe das kostenlose Dropbox-Konto und könnte nicht behaupten, dass es sich damit wirklich schneller oder “produktiver” Arbeiten lässt als mit HiDrive. Die Datenübertragungsrate ist auch an die Beschränkungen der DSL-Provider gebunden, und da die Dropbox-Server nicht in Deutschland stehen, dürfte die Performance darunter leiden. Dropbox ist auf jeden Fall eine intuitiv bedienbare, schnelle Lösung. Vor allem die Verschlüsselung auf den Servern gefällt mir sehr (wobei man ja nicht genau weiß, welche Hintertüren für die NSA gelassen wurden ;) ).

Aber es gibt so ein paar Dinge, die mich an Dropbox einfach stören:
- Um auf seine Dropbox zugreifen zu können, muss erst eine spezielle Client-Software installiert werden.
- Sowohl Client-Software als auch Web-Interface gibt es nur in englischer Sprache.
- Die Client-Software lässt sich nicht passwort-schützen! Gerade wenn Dropbox z.B. auf einem Firmen-Arbeitsplatzrechner eingesetzt werden soll ist das nicht zu empfehlen.
- Die Server stehen außerhalb von Deutschland, das bedeutet: Schlechtere Performance und es gelten nicht die strengen Datenschutzbestimmungen Deutschlands.

Beim HiDrive hat man eben den Vorteil, selbst auswählen zu können, über welches Protokoll auf das Laufwerk zugegriffen werden soll. Alles was man dazu braucht, bringen die Betriebssysteme schon mit. Und preislich steht HiDrive auch besser da. Bei Dropbox kosten 100GB 15 €/Monat, bei HiDrive nur 3,90 €.

Marco Geschrieben am 6. April 2010 um 10:16

Hallo, weiß jemand, welche Möglichkeiten es bei HiDrive gibt, Backup-Daten zurückzuspielen? Geht das nur über das Webinterface? Im Webinterface habe ich bisher auch nur die Möglichkeit gefunden, mir einzelne Dateien bzw. Dateien *eines* Ordners (ohne Unterordner) zu holen. Ganze Ordner-Strukturen sind wohl nicht möglich?!

killerbees19 Geschrieben am 13. April 2010 um 23:48

Netter Testbericht, hat ein paar meiner Fragen geklärt, die ich vor 5 Minuten an den Strato Support gesendet habe :D

amauss Geschrieben am 16. April 2010 um 12:44

Hi,
ich benutze selber Strato HiDrive, habe aber bisher die Kombination von OpenVPN, SMB und Truecrypt (8GB Datei) noch nicht zum Laufen bekommen habe (Win7):
- OpenVPN und anschließend Netzlaufwerk per SMB einbinden funktioniert
- auf dem Netzwerklaufwerk sehe ich meine meine Truecrypt-Datei (daten.tc) und kann sie per Truecrypt mounten => sie wird zumindest bei Truecrypt mit einem Laufwerksbuchstaben angezeigt
- leider kann ich dann nicht auf das Laufwerk zugreifen… :-(
Ideen? Danke!

Aufschnürer Geschrieben am 17. April 2010 um 16:08

@Marco: Anscheinend geht das bis jetzt wirklich nur über das Webinterface und auch nur für einzelne Dateien/Ordner. Habe zumindest keine andere Möglichkeit gefunden und auch in der Hilfe steht es nur so.

@amauss: Bei mir funktionierts, ebenfalls Win 7 per OpenVPN + SMB. Allerdings ist das alles andere als praxistauglich, die Reaktionszeiten sind elend lang. Es dauert allein schon mehrere Minuten bis der TrueCrypt-Container (4GB) als Laufwerk ins System eingebunden ist. Kopiervorgänge schnecken ebenfalls herum und beim Übertragen ganzer Verzeichnisse dauert es erstmal einige Zeit bis der Vorgang startet.

amauss Geschrieben am 19. April 2010 um 14:23

@Aufschnürer: Bei mir funktioniert die Kombination Win7+OpenVPN+SMB immer noch nicht… Allerdings klappt es reibungslos, wenn ich auf die Verbindungsverschlüsselung via OpenVPN verzichte – dies ist aber nicht der Idealzustand.
Hast Du eine Idee, woran dieses Verhalten liegen könnte?

Mal sehen, wann sich der Strato-Support mal meldet…

Ansonsten bin ich dabei, dropbox als Alternative auszuprobieren.

amauss Geschrieben am 23. April 2010 um 14:05

Das Problem mit meinem Zugriff auf einen Truecrypt Container via OpenVPN und SMB ist nun geklärt (oder zumindest eingegegrenz): Die voreingestellte Paketgröße ist zu groß für meinen DSL-Zugang… nachdem ich dies mit einem “mssfix 1200″ in der Konfigurationsdatei des Clients korrigiert hatte, konnte ich den Container mounten.

ABER: was passiert hier eigentlich mit VErbindungsabbrüchen? Naja, für meinen Bedarf scheint es nicht die richtige Anwendung zu sein…

Aufschnürer Geschrieben am 23. April 2010 um 18:49

@amauss: Danke für deine Rückmeldung und den Hinweis! Hilft bestimmt dem einen oder anderen. In der Tat finde ich diesen umständlichen Spagat mit TrueCrypt über SMB über OpenVPN ineffektiv, aufwändig und unperformant.
Wer ausschließlich große Mengen vertraulicher Daten sichern möchte, hat mit HiDrive nicht unbedingt das perfekte Produkt. Zumindest nicht, wenn man Wert darauf legt, dass die gesicherten Daten automatisch auf dem HiDrive verschlüsselt gespeichert werden.

TheBest Geschrieben am 3. Mai 2010 um 10:13

Habe lange Zeit überlegt, ob ich mich für einen Onlinespeicher bei Humyo oder STRATO entscheiden soll. Habe mich dann letztendlich für STRATO entschieden aufgrund der vielen angebotenen Protokolle und es ist ja auch ein paar Cent billiger.

Leider hatte ich den Fehler gemacht Humyo vorher kostenlos zu testen. Das geht bei Strato nicht. Das einbinden von Laufwerken ist bei STRATO schwieriger und nicht unbedingt alles geht (s.o. FritzBox). Das kopieren ist ungepuffert .. man muss ja damit rechnen, dass das ganze nicht innerhalb einer bestimmten Zeit fertig wird und dann fängt man wieder neu an?!. Bei Humyo macht das das smartDrive Laufwerk.

Das Webbasierende Frontend von STRATO ist grotten schlecht. Fängt schon damit an, dass ich meine Kundenummer nie weiß. Warum sollte ich die mir merken? Und dann muss ich mich übers Produkt etc. durchhangeln. Das ist mir zu kompliziert. Schon mal Humyo getestet?

STRATO habe ich bereits gekündigt und Vertrag mit Humyo abgeschlossen. Das weiß man was man hat. Guten Abend.

Aufschnürer Geschrieben am 3. Mai 2010 um 11:41

@TheBest: Ich kann deine Einwände nicht ganz nachvollziehen:

Was genau soll denn beim Einbinden des HiDrive-Laufwerks schwieriger sein? Zumal Strato dafür leicht verständliche und bebilderte Anleitungen anbietet. Selbst für Anwender mit geringer technischer Affinität sollte das Einbinden schnell gelingen. Der Unterschied zu anderen Backup-Diensten wie Dropbox, Mozy oder eben Humyo ist der, dass für das HiDrive keine eigene Client-Software angeboten wird, die das Einrichten des Laufwerks vornimmt. Dafür ist man beim HiDrive flexibler. Denn bei Humyo ist man auch wieder nebst Client-Software (Smart-Drive) auf Webdav als einzige Verbindungsmöglichkeit beschränkt.

Was deine Aussage zur ungepufferten Übertragung angeht: Bei kleineren Dateien ist das unkritisch. Zum Kopieren großer Dateien resp. Initialsicherung größerer Datenmengen benutzt man ohnehin besser (S)FTP. Ich habe so z.B. einen 4GB großen TrueCrypt-Container mit SmartFTP über Tage verteilt auf mein HiDrive hoch geladen. Mit einigen Pausen dazwischen, das ist kein Problem sofern der FTP-Client dies unterstützt.

Du bezeichnest das HiDrive Web-Interface als grottenschlecht – weil die Kundennummer nicht auf der Startseite prangert!? Wie oft benötigt man die schon? Du bewertest doch auch nicht das Cockpit eines BMW als grottenschlecht nur weil die Fahrgestellnummer nicht direkt neben dem Tacho eingraviert sondern im Motorraum zu finden ist…

Weißt du wirklich, was man mit Humyo hat? Auf den ersten Blick hört sich das Angebot gut an. Aber schon nach kurzen Recherchen stolpert man immer wieder über dieselben Benutzerbeschwerden (aktuell aus dem Jahr 2010):
- Unausgereifte Clientsoftware, neigt zum Absturz, benötigt auf einigen Rechnern viele Systemressourcen.
- Dateiübertragungen teilweise fehlerhaft, Rückspielen der Snapshots nicht immer möglich oder fehlerhaft; In manchen Fällen gingen sogar tausende Dateien verloren (z.B. beim Upgrade vom kostenlosen auf den Premium-Account). Da nutzt es einem auch nichts, wenn die Server in einem ehemaligen Banktresor für Goldbarren stehen…
- Kein Telefon-Support; Auch in Notfällen muss man sich gedulden, bis der E-Mail-Support innerhalb von 48 Stunden antwortet.

jue711 Geschrieben am 5. Mai 2010 um 14:34

Hallo zusammen,

bin noch am überlegen und recherchieren hinsichtlich Hidrive.
Leier ist die Detailbeschreibung von Strato wie bei allen Produkten sehr dürftig.
Was ich allerdings aus den diversen threats rausgehört habe geht es hier immer um hoch und runterladen von Dateien!? Wie sieht es aber damit aus, den Hidrive tatsächlich auch als Netzlaufwerk zu nutzen und Dateien direkt von dort zu öffnen und zurückzuspeichern? Stichwort Verbindungssicherheit und Geschwindigkeit.
Kann man die Größe der Nutzeraccounts einstellen? Wie verhält es sich mit den Downloadlinks, kann man die auf Nutzer- und Öffentlichaccounts gleichermaßen einrichten?
Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass nur eine begrenzte Anzahl Dateien auf einmal übertragen werden können. Das würde doch bedeuten, dass die Anlage einer vorbereiteten Verzeichnisstruktur mit einigen Dutzend Unterverzeichnissen (Kopie des Ganzen auf den Hidrive) scheitern müßte!? Oder kann man ein Zipfile des Ganzen hochladen und dort auspacken? Laufen Kopieraktionen rein auf der Onlineplatte ab oder ist der Client da involviert und die DSL-Datenrate bremst das ab?

Grüsse!

Aufschnürer Geschrieben am 6. Mai 2010 um 07:46

@jue711:

Ob Netzlaufwerk per SMB oder Zugriff per FTP – so oder so erfolgt eine Kommunikation von deinem lokalen PC zu einem Server im Internet. Daten müssen hin- und wieder zurück geschickt werden. Man kann also durchaus von “Hoch- und Runterladen” sprechen, selbst wenn HiDrive als Netzlaufwerk eingebunden wird. Trotzdem handelt es sich dann natürlich um ein echtes Netzlaufwerk, mit allen Möglichkeiten und Beschränkungen wie sonst auch.

Um deine erste Frage zu beantworten: Ja, man kann HiDrive auch als normales Netzlaufwerk via SMB einbinden. Du kannst Dateien direkt auf dem Netzlaufwerk öffnen/bearbeiten. Für eine verschlüsselte Übertragung tunnelt man die Verbindung mit dem kostenlosen OpenVPN. Man sollte jedoch bedenken, dass der Server ja nicht im LAN steht sondern das Internet dazwischen hängt. Je nach DSL-Speed und Dateigröße könnte das direkte Bearbeiten auf dem Server träge sein (siehe meinen Kommentar bezüglich TrueCrypt per SMB).

Zu deiner Frage bzgl. Größe der Nutzeraccounts: Der Speicherplatz kann beliebig auf die Nutzeraccounts verteilt werden (http://www.strato-faq.de/artikel.html?id=2292).

Ja, die Freigabelinks lassen sich sowohl für Dateien im Nutzerverzeichnis wie auch im öffentlichen (public) Verzeichnis anlegen. Habe ich grad mal selbst getestet.

Ob nur eine begrenzte Anzahl von Dateien *gleichzeitig* hochgeladen werden kann, ist mir nicht bekannt. Ich vermute aber mal, dass auch hier die Grenze nicht von Strato sondern von den Netzwerkprotokollen gesetzt wird. Wenn du eine umfangreiche Verzeichnisstruktur mit vielen Dateien hochladen möchtest, so funktioniert das mit jedem Protokoll. Wobei SMB, soweit ich weiß, nur eine Datei gleichzeitig transportiert und somit sequenziell Stück für Stück abarbeitet. Bei (S)FTP kannst du auch mehrere Dateien parallel übertragen lassen (sofern der FTP-Client das unterstützt).

Welche Kopieraktionen meinst du? Wenn du eine lokale Datei auf das HiDrive kopierst, ist natürlich auch der Client bzw. die DSL-Leitung involviert. Wenn du allerdings ein Verzeichnis oder eine Datei innerhalb des HiDrive kopierst/verschiebst, passiert das rein auf dem Server, deine DSL-Leitung spielt da keine Rolle.

Ich hoffe, ich konnte weiter helfen :)

miwob Geschrieben am 10. Mai 2010 um 16:55

Hallo an alle,

ich benutze seit kurzem das STRATO HiDrive. Seit letzter Woche surfe ich über meinen Kabelfernsehanschluss. Seit dem kann ich aber nicht mehr via SMB ein Netzlaufwerk einbinden. Auch via VPN funtioniert es nicht. Stöpsel ich meinen Router zurück an den DSLer funktioniert es wieder. Wo könnte das Problem liegen?
Danke für eure Hilfe.

Gruß miwob

picknicker Geschrieben am 6. Juni 2010 um 21:11

Hallo Aufschnürer,

du sagtest weiter oben, dass du eine große Datei über mehrere Tage verteilt mit Smart FTP hochgeladen hast. Hat Resume da bei dir funktioniert? Hab das ganze gestern mit Filezilla machen wollen, da ging es nicht…..

lg, picknicker

Aufschnürer Geschrieben am 7. Juni 2010 um 11:26

@picknicker: Jap, mit dem Resume von SmartFTP hat es funktioniert. Eigentlich sollte es aber auch mit FileZilla funktionieren.

Buschihh Geschrieben am 14. Juni 2010 um 13:29

Moin auch.

Welch super Beschreibung. Bin “fast überzeugt”. Trotzdem eine letzte Frage an Euch: ist es möglich, einen Teil der Dateien so auf HiDrive abzulegen, dass sie nur dort und dann halt nur bei bestehender Internetverbindung abrufbar sind und einen anderen Teil der sich dann mit einem Verzeichnis auf der Festplatte synct, den ich dann auch offline nutzen kann (und bei nächster Verbindung ins Netz sich dann automatisch synct?)?
Einfacher Hintergrund meiner Frage: ich habe leider nur eine 80GB Festplatte im Rechner, die Platzt. Kann aber nicht wirklich viel davon vernichten. So würde ich mir gerne die 100GB Version nehmen und einen Teil meiner Daten dort ablegen, die ich nicht immer brauche und den Rest dann lokal auf dem Rechner haben, so dass ich auch im Zug (und da bin ich leider viel) auf die Datein zugreifen kann.

Vielen Dank.

LG, Buschihh

Buschihh Geschrieben am 15. Juni 2010 um 07:52

Ich noch einmal,

OK, der Teil meiner Frage, wie ich Daten nur entfernt ablegen und nur online aufrufen kann, habe ich mir selbst beantworten können. Durch ein einfaches Netzlaufwerk.

Aber hat jemand eine Idee, wie ich mir die Funktionalität von Dropbox mit HiDrive aufbauen kann? Offline Daten auf meiner Festplatte bearbeiten, die dann sofort beim online gehen aktualisiert werden?

Danke.
Buschihh

Aufschnürer Geschrieben am 16. Juni 2010 um 18:45

@Buschihh: Wieso Dropbox mit HiDrive nachbauen? Wenn die Funktionalität von Dropbox benötigt wird, ist halt Dropbox das Mittel der Wahl. HiDrive ist zwar auch für Backups geeignet, aber eben kein pures Datensicherungswerkzeug mit Offline-Bearbeitungsmöglichkeiten.

Buschihh Geschrieben am 17. Juni 2010 um 07:15

Danke für die Antwort. Ich bin nur auf der Suche nach einem Programm, dass die Dropbox ersetzen kann. Denn mir gefällt, dass die Strato Server in Deutschland stehen und zweitens ist der Preis der Dropbox das, was hinter. 19$ pro Monat und z.Z. nichts größeres.

Hast Du nie die Problematik erlebt, dass Du unterwegs warst und nicht auf Datein zugreifen konntest, weil die im Netz lagen? (z.B. in der Bahn, oder im Hotel ohne WLAN)

Ich suche halt einfach nach einem Stück Software, dass im Hintergrund läuft und ständig schaut, ob die Daten auf der Festplatte mit dem in der Wolke bei HiDrive übereinstimmen und wenn nicht, diese synchronisiert (am besten natürlich inkrementell)

Torsten Geschrieben am 9. Juli 2010 um 19:47

@Buschihh
Evtl wäre da doch ein “normales” Online Backup besser. Man hat normalerweise alle Daten auf seinem Laptop, und wenn man mal etwas nicht hat, dann kann man es sich per Webinterface aus dem Online Storage holen.

Ansonsten bleibt ja noch die Möglichkeit auf die Daten, die im “Netz” liegen über andere Protokolle zuzugreifen. Ein Home Server könnte alle Daten speichern und per SSH oder WinSCP hat man trotzdem Zugriff.

Mara Jünemann Geschrieben am 16. August 2010 um 10:56

Also wenn ich ehrlich bin, dann sehe ich den Nutzen eines solchen Online-Backups nicht. Interessant wird es doch erst um Dateien anderen zugänglich zu machen, aber maximal 20 Downloads im kleinsten Tarif sind ja nicht wirklich viel. Für jeden anderen Nutzen kann man sich einen USB-Stick oder eine kleine externe Festplatte anschaffen.

Aufschnürer Geschrieben am 16. August 2010 um 15:06

@Mara: Das Online-Backup hat einen entscheidenden Vorteil: Die Dateien werden extern (im Sinne von außerhalb der eigenen Wohnung) gespeichert, auf speziell gesicherten Servern. Denn was nützt das Backup auf USB-Stick oder externer Festplatte, wenn diese dann in der eigenen Wohnung verwahrt werden? Gegen höhere Gewalt wie Einbruch/Diebstahl, Überschwemmung etc. schützen externe Sicherungsmedien nicht. Außer man bringt diese nach jeder Sicherung an einen anderen sicheren Ort wie z.B. ein Bankschließfach. Aufwand und Kosten sprechen deshalb durchaus für ein Online-Backup, sofern man eine ernsthafte Datensicherung anstrebt.

Übersetzer Hamburg Geschrieben am 19. August 2010 um 15:27

Genau das is die Sache, wenn nämlich mal der Fall kommen sollte hat man immer noch seine Daten sicher. ;)

Tommie Geschrieben am 26. August 2010 um 13:23

Sorry, auch wenn du zu einem positiven Fazit kommst: Ich finde alles von Strato unter aller Kanone. Hatte vor Jahren dort extreme Probleme beim Webhosting und kenne auch Leute, die das noch heute haben. Strato ist so die ähnliche Liga wie 1und1. Viel Werbung und wenig dahinter.

Aufschnürer Geschrieben am 27. August 2010 um 07:06

Mein einziges Strato-Produkt bisher ist HiDrive, und damit hatte ich bis jetzt noch keine Probleme. Weder technisch noch sonst wie. Auch aus dem Bekanntenkreis keine Beschwerden. Deswegen kann ich da nicht viel dazu sagen. Vor Jahren ließ Service und Technik bei Strato wirklich noch zu wünschen übrig. Mittlerweile gehts eigentlich. Wo ich dir Recht geben muss ist 1und1. Da hört man ständig kritische Stimmen und auch meine Ex kam leider in die “1und1-Hölle”. 1und1 sollte dringend mal seine Politik überdenken.
Immerhin: Strato ist bei der aktuellen webhostlist.de Leserwahl für Webhosting auf Platz 5 gelandet.

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